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Vergänglichkeit und die Kostbarkeit des Augenblicks: Was wir aus „Frieren“ lernen können

  • 16. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Hallo, ich bin Misaki.

Kennst du dieses Gefühl? Dieser plötzliche Moment, in dem man innehält und sich fragt: „Wann ist die Zeit eigentlich so schnell vergangen?“ – als wäre man von der Welt einfach überholt worden.

Vielleicht ist es das Gefühl, wenn die Kinder viel zu schnell erwachsen sind. Oder die leise Melancholie, die einen überkommt, wenn man in der Routine des Alltags plötzlich eine unerwartete Einsamkeit spürt. Es schmerzt tief, wenn man erkennt, wie wertvoll etwas war – nur um festzustellen, dass es bereits an einem vorbeigegangen ist. Ich glaube, diesen Moment der Wehmut kennt wohl jeder von uns.

Genau dieses Gefühl hat auch die Geburtsstunde dieses besonderen Werks geprägt: „Frieren: Beyond Journey’s End“. Die Geschichte beginnt nicht mit dem großen Kampf, sondern in einer sehr stillen Phase – nach dem Sieg über den Dämonenkönig.

Ein stiller Anfang nach dem Ende der Abenteuer

Zu Beginn der Handlung gibt es eine Szene, in der ein Gefährte der Heldengruppe stirbt und ein Begräbnis stattfindet. Für Frieren, eine langlebige Elfe, ist ein Menschenleben nur ein winziger Augenblick. Doch angesichts des Todes von Himmel entdeckt sie plötzlich ein tiefes Bedauern in ihrem Inneren.

„Obwohl ich wusste, wie kurz die Zeit der Menschen ist … warum habe ich nicht versucht, mehr von ihnen zu erfahren?“

Dieser Satz geht einem direkt unter die Haut. Oft sind wir so sehr von großen Zielen oder dem Alltagsstress gefangen, dass wir das Wesentliche direkt neben uns übersehen. Man kennt es doch selbst: Wenn ein großes Projekt abgeschlossen ist, spürt man zwar den Stolz über den Erfolg, aber im selben Moment schleicht sich der Gedanke ein: „Hätte ich mit dieser Person doch nur noch einmal so ein Gespräch geführt.“

Dass die Geschichte ganz bewusst *nach* dem Sieg über den Däumentenkönig beginnt – an einem Punkt, an dem alles eigentlich vorbei ist –, hat einen tiefen Sinn. Es lehrt uns, dass erst der Rückblick auf die vergangene Zeit das wahre Leuchten des Augenblicks sichtbar macht.

Wie zwei Uhren, die in unterschiedlichen Takten laufen

Zwischen Frieren und den Menschen klafft eine unüberbrückbare zeitliche Lücke. Für sie fühlt sich eine zehnjährige Reise wie ein flüchtiger Moment an. Doch für einen Menschen ist diese Zeit schwerwiegend – sie kann ein ganzes Leben prägen.

Diesen „Unterschied in der Wahrnehmung der Zeit“ gibt es auch in unserer Realität. Denkt nur an den Kontrast zwischen Studenten und Berufstätigen oder zwischen Eltern, die völlig in der Erziehung aufgehen, und jenen, deren Kinder längst das Nest verlassen haben. Wir können am selben Ort sein, doch die Geschwindigkeit, mit der unser Inneres die Zeit erlebt, ist eine völlig andere.

Wenn wir erleben, wie unsere Eltern oder Großeltern langsam altern, überkommt uns oft ein Gefühl des unwiederbringlichen Verlusts: „Hätte ich mich nur intensiver mit ihnen auseinandergesetzt.“ Auch ohne Unterschied in der Spezies leben wir vielleicht alle in einem unbewussten, unterschiedlichen Tempo. Das Werk vermittelt uns auf leise Weise, dass diese Diskrepanz die emotionale Distanz zwischen uns wachsen lassen kann.

Kleine Erinnerungen als Anker für die Gegenwart

Auf ihrer Reise begegnet Frieren unzählige alltägliche Landschaften. Da ist zum Beispiel dieser eine Moment, in dem sie gemeinsam mit ihren Gefährten die Sternschnuppen beobachtet. Das friedliche Versprechen: „Lass uns das nächste Mal wieder gemeinsam zusehen.“ Was damals nur ein belangloser Zwischenstopp war, verwandelt sich für Frieren im Laufe der Jahre in einen unschätzbaren Schatz.

Es sind Himmel sein kleine Taten der Güte und seine subtile Freundlichkeit, die er in den Städten hinterlassen hat. Über die lange Zeit hinweg werden genau diese Spuren zum Licht, das Frieren auf ihrem Weg leitet. Das Leben besteht nicht nur aus großen Ereignissen oder dramatischen Siegen. Es sind die winzigen Interaktionen – wie das Betrachten einer Blume am Wegrand –, die die wahre Essenz eines gelebten Lebens ausmachen.

Wir erkennen den Wert der Dinge oft erst, wenn wir zurückblicken. Bevor uns das Bedauern überlebensgroß wird („Hätte ich damals nur…“), sollten wir vielleicht versuchen, die kleinen Landschaften vor unseren Augen und die Worte der Menschen neben uns etwas achtsamer wahrzunehmen. Jedes Mal, wenn ich dieses Werk sehe, erscheint mir mein eigener Alltag ein kleines Stück sanfter.

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**Weitere Werke, über die ich geschrieben habe:**

Re:Zero – Starting Life in Another World, Atelier of Magic, Ascendance of a Bookworm, Chainsaw Man, Demon Slayer (Kimetsu no Yaiba)

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