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Wenn die Stille spricht: Was wir aus „Frieren“ über Abschied und das Weitergehen lernen können

  • vor 6 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Hallo, ich bin Misaki.

Kennst du das auch? Wenn dich in einem ganz gewöhnlichen Moment plötzlich die Worte eines geliebten Menschen einholen?

Vielleicht ist es die Lieblingssüßigkeit, die dir im Supermarkt auffällt, oder ein vertrauter Song, der aus einem Laden schallt. Ein kurzes „Ach, das mochte er/sie doch auch“ entweicht dir fast unbewusst. Doch unmittelbar danach folgt die leise, bittere Realität: Diese Person ist nicht mehr da.

Dieses beklemmende Gefühl, das sich tief in der Brust festsetzt… genau diesen Moment fängt der Anime *Frieren – Über dem Ende der Reise* am Anfang perfekt ein.

Verblassende Erinnerungen und die Schichten der Zeit

Die Szene der Beerdigung von Himmel in der ersten Episode wird mir nie in Vergessenheit gehen. Für Frieren, ein langlebiges Elf, ist die Lebensspanne eines Menschen verschwindend gering. Für sie war er eigentlich nur ein „Reisegefährte für zehn Jahre“.

Doch als er stirbt, vergießt sie Tränen.

„Ich wusste doch, wie kurz das Leben der Menschen ist… warum habe ich nicht versucht, ihn besser kennenzulernen?“

Als ich diesen Satz hörte, hielt ich den Atem an.

Auch in unserem Alltag gibt es solche Momente. Wenn wir einen Mentor oder ein Familienmitglied verlieren, finden wir deren Spuren oft in unseren alltäglichen Gewohnheiten wieder. Man bemerkt plötzlich: „Moment mal, diese Redewendung benutze ich ja genau wie er/sie.“ Und man erschrickt vor sich selbst. Die Zeit fließt unaufhaltsam weiter, doch sie hinterlässt tiefe, bleibende Fußabdrücke. Es scheint fast so, als würde die wahre Güte eines Menschen erst dann wirklich sichtbar, wenn er nicht mehr da ist.

Der Abgrund der Gefühle und der Pfad der Erinnerung

Im Anime *Made in Abyss* wird eine physische Tiefe beschrieben – ein vertikaler Abgrund, der nach unten führt. Es ist das Gefühl, von unbekannten Ängsten und einem unausweichlichen Schicksal verschlungen zu werden.

Bei *Frieren* hingegen beschreibt die Serie eine ganz andere Art von „Tiefe“.

Es ist der emotionale Abgrund, der sich in uns selbst vertieft, während wir die Vergangenheit Revue passieren lassen. Wenn Frieren zu Himmel Standbild aufblickt, wirkt es fast so, als würde sie in eine Welt eintauchen, in der die Zeit stillsteht. Materielle Dinge gehen irgendwann verloren, aber die Erinnerungen daran sind es, die uns prägen und eine tiefe Bedeutung in unserem Inneren finden.

Wenn wir jemanden verlieren, fühlen wir uns oft, als wären wir in ein tiefes Loch gefallen. Doch am Grund dieses dunklen Abgrunds können wir beginnen, die Fäden vergangener Gespräche und Erlebnisse Stück für Stück wieder aufzunehmen. Selbst das Bedauern – das „Hätte ich doch bloß…“ – ist vielleicht ein notwendiger Teil des Prozesses, um eigene Antworten zu finden.

Von der Rast zum neuen Aufbruch

Durch Himmels Tod verändert Frieren ihr Ziel. Es geht nicht mehr nur darum, Magie zu sammeln, sondern sie trägt nun den Wunsch in sich, „die Menschen besser zu verstehen“. Es war eine stille Veränderung – eine Art, das Verlorene neu zu definieren.

Wenn ein geliebter Mensch geht, halten wir inne. Wir halten Erbstücke fest, besuchen Orte voller Erinnerungen und manchmal scheint es, als könnten wir nicht mehr weitergehen. Doch genau diese erstarrten Gefühle können in einem unvorhersehbaren Moment wieder ins Rollen kommen.

„Ich hätte es damals einfach sagen sollen.“

Selbst wenn wir dieses Bedauern mit uns tragen, können wir wieder einen Schritt nach vorne machen. So wie Frieren den Spuren von Himmel folgt, lehrt uns das Werk, dass wir unsere Erinnerungen als Kompass nutzen können, um unsere eigene Zukunft zu suchen.

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**In verwandten Artikeln behandelte Werke:** Re:Zero – Starting Life in Another World, Atelier of Twilight, Ascendance of a Bookworm, Chainsaw Man, Demon Slayer (Kimetsu no Yaiba)

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